Gruppe 8. Mai Bielefeld
Email

Vorträge mit Diskussion

14. Juni 2007 - 19 Uhr

Universität Bielefeld - Hörsaal 5

Das iranische Vernichtungsprogramm

Thomas Becker (Bielefeld) – hat mit seinen Analysen in der Zeitschrift Bahamas und Vorträgen frühzeitig auf die tödliche Bedrohung hingewiesen, die die Produktion von Atomraketen in Iran für Israel bedeutet, und das Scheitern der europäischen Beschwichtigungspolitik vorausgesagt; er wird über den Fortschritt und das Ausmaß des iranischen Vernichtungsprogramms berichten und die Frage beantworten, wie es noch aufgehalten werden kann.

Und seine friedwilligen Helfer

Justus Wertmüller (Berlin) – ist Redakteur der Zeitschrift Bahamas und hat in zahlreichen Veröffentlichungen und Vorträgen die hartnäckige Haltlosigkeit linker Ideologie kritisiert; er wird das Ansinnen der Friedensbewegung, die iranischen Atomanlagen gegen mögliche amerikanische oder israelische Militärschläge in Schutz zu nehmen, als Appeasement und ideologische Kumpanei mit dem antisemitischen Terror denunzieren.

14. Juni 2007
19 Uhr

Universität Bielefeld
Hörsaal 5

Vor 5 Jahren wurde bei Natanz, 350 km südlich von Teheran, eine Baustelle entdeckt; zehn Meter unter der Erde, von einer fünf Meter dicken Betondecke geschützt, sollte hier eine Urananreicherungsanlage in einer Größenordnung entstehen, die Iran einmal in die Lage versetzen würde, 10-20 Atombomben jährlich herzustellen.

Vor 5 Jahren wurden während einer Militärparade in Teheran die Raketen vorgeführt, welche die bei Natanz produzierten Atomsprengköpfe einmal nach Israel tragen sollen; sie waren mit Aufschriften versehen wie „Wir werden Israel von der Landkarte radieren“ und „Wir werden Amerika unter unseren Füßen zertreten“.

Vor 4 Jahren begannen Deutschland, Frankreich und Großbritannien im Namen der Europäischen Union mit Iran über die Aufgabe seines Urananreicherungsprogramms zu verhandeln. Die Europäer wollten damit, ein halbes Jahr nach Beginn des Irakkriegs, zeigen, daß sie mit diplomatischen Mitteln mehr erreichen würden als die Amerikaner mit militärischen; Iran ging es darum, Zeit zu gewinnen.

Vor 3 Jahren platzten die Atomverhandlungen zwischen Europa und Iran zum ersten mal. Die Europäer begannen jetzt, mit Iran um die Wiederaufnahme der Verhandlungen zu verhandeln.

Vor 2 Jahren, nach der Wahl Mahmoud Ahmadinejads zum Präsidenten Irans, scheiterten die Verhandlungen endgültig. Iran erklärte, zwischenzeitlich große Fortschritte beim Aufbau seiner Atomanlagen gemacht und kein Interesse mehr an den Verhandlungen mit Europa zu haben.

Vor einem Jahr ging die Anlage bei Natanz mit 164 Gaszentrifugen in den Testbetrieb. Inzwischen mussten die Europäer den Fall an den UN-Sicherheitsrat abgeben. Seitdem wird jede in New York beschlossene Resolution und Sanktion in Teheran mit der Versicherung quittiert, daß das iranische Atomwaffenprogramm auf diese Weise nicht aufzuhalten ist. Heute befindet sich dort, wo vor fünf Jahren eine Baustelle entdeckt worden war, eine „im industriellen Maßstab“ (Ahmadinejad) betriebene Urananreicherungsanlage, die in den kommenden Monaten das Material für die erste iranische Atombombe liefern könnte.

Die Zeit, Iran daran zu hindern, die Bombe zu bauen, läuft langsam ab. Aber das scheint die Europäer weniger zu beunruhigen als die Frage, was nach dem Scheitern ihrer Beschwichtigungspolitik noch getan werden könnte, um den Aufstieg Irans zur Atommacht zu verhindern. Erkennen die Europäer die Bedrohung nicht oder haben sie sich schon damit abgefunden, daß es bald sowieso zu spät sein wird, diese noch abzuwenden? Meinen sie, das sei letztlich nicht ihr Problem, sondern lediglich das Israels oder der Amerikaner? Wie könnte das iranische Atomwaffenprogramm überhaupt noch aufgehalten werden? Warum ignoriert die Friedensbewegung die Vernichtungsabsicht des iranischen Regimes gegenüber Israel, und warum unterstellt sie zugleich den USA die Absicht, Iran zerstören zu wollen?

Um diese und weitere Fakten und Fragen soll es bei der Veranstaltung gehen.